Presidente Figueiredo - D

Von Manaus 2 Stunden nördlich mit dem Bus liegt Presidente figuereido, ein Paradies für alle, die magisches Wasser, Wasserfälle und Dschungel lieben. Vom Busbahnhof Rodoviária de Manaus fahren mehrmals täglich Busse nach Presidente Figuereido. Der Bus durchquert ein Indianerschutzgebiet und es darf nicht angehalten werden.
In Presidente figuereido gibt es kleine Hotels und Privatpensionen. Eine Touristeninformation ist meist mit Führern besetzt, mit denen man individuell ausmachen kann, wohin man geführt werden will. Natürlich kann man auch den öffentlichen Bus benutzen, aber nicht zu allen Wasserfällen. In letzter Zeit haben die Führer durchgesetzt, dass man die meisten Wasserfälle nur im Rahmen einer Tour besichtigen kann, das ist sehr schade!
Jeder Wasserfall ist individuell und unterscheidet sich grundlegend vom anderen, und das bei mindestens 30 verschiedenen! Die Wasserfälle liegen auf Privatgrund und die Eigentümer verlangen einen kleinen Eintritt. Einige sind auf Touristen eingestellt, es gibt Restaurants, Sanitäranlagen und Rastplätze. Die meisten sind aber naturbelassen und die Eigentümer kümmern sich nur, dass der Weg zu den Wasserfällen begeh-und befahrbar bleibt.
Das Wasser selbst ist glasklar, warm und meist auch bunt durch die Eiseneinlagerungen im Boden.




Fische und Wassertiere sind eher selten, aber auf den Wegen zu den Wasserfällen kann man Tiere, wie Affen, beobachten.

Es gibt nicht nur Wasserfälle zu bestaunen, sondern auch Höhlen, die je nach Jahreszeit
von Wasserschleiern verborgen sind.


Die Wege zu den Wasserfällen sind unter der Woche verlassen, es gibt kaum Touristen, dafür umso mehr am Wochenende, besonders bei den schönsten und kommerzialisiertesten Wasserfällen. Manche sind gut beschriftet und Bäume mit Karten gekennzeichnet.

Der faszinierenste und reichhaltigste Wasserfall ist wohl der "Cachoeira do Santuário". Er ist am besten touristisch erschlossen und fasziniert mit Wassermassen, die tosend in ein natürliches Becken fallen. Bei allen Wasserfällen, so auch hier, gibt es Bademöglichkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Auf der Landkarte kann man ein großes überflutetes Gebiet sehen, den Balbina - Stausee. Er sollte ursprünglich der Stromversorgung eines Aluminiumwerkes dienen, das aber dann ( zum Glück) doch nicht gebaut wurde. Heute dient er der Stromversorgung von Manaus, nicht aber von den umliegenden Gemeinden. Die Meinungen zu diesem Stausee sind geteilt (siehe Wikipedia): es wurde ein großes Gebiet überflutet und der Stromgewinn ist marginal.
Dadurch, dass der See eher flach ist, heizt sich das Wasser stark auf, man fühlt sich wie in einer Badewanne. Im Gegensatz zu den vielen Wasserfällen ist das Wasser hier dunkel bis schwarz, man kann kaum die eigene Hand sehen. Ideal für Fischotter und rosa Delphine und wahrscheinlich auch andere Wassertiere und -pflanzen, aber auch eine Brutstätte für Krankheiten und ständig die Gefahr, dass die ganze Wasserfläche kippt. Die Riesenottern und Delphine kommen sehr nahe, aber sie kommen nicht nahe genug, um sie anfassen zu können. Im einzigen Restaurant nach dem Eingang kann man Fischspezialitäten essen und die Besitzer erzählen Geschichten von Delphinen, die sehr nahe zum Strand kommen, wenn sie eine Mutter mit Baby sehen.
Das Gelände ist eigentlich nicht öffentlich, aber man kann zum See gehen, wenn man sich an der Sperre kostenlos registriert.
Im See gibt es eine Unzahl von kleinen Inseln, die man kaufen kann, allerdings total ohne Infrastruktur.

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